Die Karlsbrücke - was soll's?'


Die Karlsbrücke verbindet die Prager Altstadt mit der Kleinseite. Sie ist die älteste erhaltene Brücke Prags und der Touristenmagnet schlechthin. Die Moldau überspannen in Prag 14 Brücken – gesehen haben muss man nur diese. Aber warum eigentlich?

Warum ist sie eine Sehenswürdigkeit?

Bevor die von unter Karl IV. in Auftrag gegebene Karlsbrücke im Jahr 1402 fertiggestellt wurde, fielen ihre Vorgängerinnen den Hochwassern zum Opfer. Für Leben und Handel in der Stadt war dies ein herber Rückschlag, so auch beim Verlust der Judithbrücke. Die neue monumentale Steinbrücke – bis zum Jahr 1841 die einzige Moldaubrücke in Prag – hielt seitdem allem stand – sogar dem verheerenden Jahrhunderthochwasser von 2002.

Was viele nicht wissen: Heute ist sie eine reine Fußgängerzone, aber das war nicht immer so. Von 1883 bis 1908 ratterte hier die Straßenbahn über das Pflaster, und bis 1965 durften sogar Busse und PKW die Brücke überqueren. Kaum vorstellbar, wenn man heute die Massen an Künstlern, Händlern und Schaustellern sieht!

Mythen und Teufelspakte Wie fast jedes mittelalterliche Bauwerk ist auch die Karlsbrücke von Legenden umrankt. Man erzählt sich, der Baumeister habe seine Seele dem Teufel verschrieben, um die Brücke unzerstörbar zu machen. Ob das stimmt? Zumindest steht sie nach über 600 Jahren immer noch kerzengerade.

Die steinernen Zeugen: Die Statuengalerie

Das eigentliche Freilichtmuseum der Brücke sind die 30 Statuen und Statuengruppen, die die Geländer säumen. Sie wurden erst im Barock (ab ca. 1700) hinzugefügt und machen die Brücke zu einer Art „Via Crucis“ unter freiem Himmel.

Unter den Heiligenstatuen, die die Brücke auf beiden Seiten säumen, ist der Heilige Johannes Nepomuk die wohl berühmteste Figur. Das Schicksal dieses Heiligen ist eng mit der Karlsbrücke verknüpft – nach seinem Foltertod wurde sein Leichnam von hier in die Moldau geworfen. Augenzeugen behaupteten später, sie haben an der betreffenden Stelle fünf Sterne aufsteigen sehen. Johannes Nepomuk wird folglich oft mit eniem Heiligenschein aus fünf Sternen dargestellt. Wer den Sockel der Statue berührt, kehrt – so sagt man – sicher nach Prag zurück. (Sie erkennen sie an der glänzenden, abgewetzten Stelle am Relief).

Blick auf die Brücke von der Kleinseite aus


Abschluss & Aussicht

An beiden Enden thronen die mächtigen Brückentürme. Mein Tipp: Besteigen Sie den Altstädter oder den Kleinseitner Brückenturm. Von oben haben Sie einen einzigartigen Blick auf das Ensemble der Prager Burg und die Türme der Altstadt.

Den schönsten Eindruck der Karlsbrücke bekommst du übrigens in den frühen Morgenstunden bei Sonnenaufgang. Dann ist die Brücke fast menschenleer und entfaltet ihren ganz eigenen Zauber. Aber auch zu anderen Tageszeiten ist die Brücke sehenswert. Von ihr aus hat man einen einzigartigen Blick auf die Prager Altstadt und vor allem auf das Ensemble aus Prager Burg und Kleinseite.


Prag ohne Massen erleben?

Möchten Sie die Geschichten hinter den Statuen hören und wissen, wo man den besten Fotospot ohne hunderte andere Touristen findet? Auf meiner Tour „Romantische Gassen der Kleinseite“ überqueren wir die Brücke gemeinsam und tauchen danach tief in das malerischste Viertel Prags und die Außenbereiche der Prager Burg ein.

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